Jedes Rockmagazin hat irgendwann seine eigene Ruhmeshalle gebaut: Leserabstimmungen, Redaktionslisten, ewige Bestenlisten. Die Idee ist so alt wie die Musikpresse. Wer eine solche Liste für den Hard Rock schreibt, kommt an ein paar Namen nicht vorbei.

Die Gründerväter

Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath stehen am Anfang jeder Aufzählung, weil sie zwischen 1968 und 1970 den Blues-Rock in etwas Härteres verwandelten. Sabbath lieferten die Düsternis und das Riff, Purple das Tempo und die Orgel, Zeppelin die Dynamik zwischen Akustikgitarre und Lärm. Dazu gehören die frühen Vertreter aus den USA und Australien: Aerosmith, Kiss, Alice Cooper und AC/DC, die den harten Rock zur Stadionmusik machten.

Die zweite Generation

Ende der 1970er formte die New Wave of British Heavy Metal mit Judas Priest, Iron Maiden, Saxon und Motörhead den Klang der 1980er. Van Halen veränderten das Gitarrenspiel, Guns N‘ Roses brachten 1987 mit „Appetite for Destruction“ die Gefahr zurück, Metallica machten Thrash Metal zur Weltmusik. Die Grenze zwischen Hard Rock und Heavy Metal war dabei nie scharf; die meisten Ruhmeshallen ziehen sie gar nicht erst.

Die echte Rock and Roll Hall of Fame

Die Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio nimmt seit 1986 jährlich Künstler auf, frühestens 25 Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung. Lange galt sie als zurückhaltend gegenüber harter Musik: Black Sabbath kamen erst 2006 hinein, Deep Purple 2016, Judas Priest 2022 und Iron Maiden waren mehrfach nominiert, bevor sie aufgenommen wurden. Ozzy Osbourne wurde 2024 als Solokünstler geehrt. Die Abstimmung liegt bei rund tausend Fachleuten, ergänzt um eine Fan-Abstimmung, die seit 2012 ein gemeinsames Votum beisteuert.

Was eine Liste taugt

Ruhmeshallen sind Gesprächsanlässe, keine Wahrheiten. Sie zeigen, welche Musik eine Generation für wichtig hielt, und sie sind gnadenlos gegenüber Bands, die zwischen den Stilen standen. Wer eigene Favoriten vermisst, hat damit meistens recht.

Hinweis: Diese Seite ist ein unabhängiges Musikmagazin und steht in keiner Verbindung zur Rock and Roll Hall of Fame.